Umbau Steuereinheit Anet E10 => SKR V1.4 (Turbo) + TFT35 V3.0

underconst

 

Wie immer gilt: Auf eigenes Risiko, auf eigene Gefahr und unter Ausschluss jeglicher Haftung !!
Es werden Modifikationen an 220V Bereichen in der Steuereinheit vorgenommen, hier ist am Besten ein Fachmann hinzuzufügen !!

 

Bei diesem Projekt baue ich meinen Anet E10 um, indem ich u.A. auch die Steuereinheit komplett umrüste.

Ursprünglich war dafür ein neues Board von Bigtreetech Version SKR 1.3 geplant, welches aber inzwischen durch das Nachfolgemodell SKR 1.4 Turbo ersetzt wurde.

 

Vorab vor dem Umbau und dem Öffnen der Steuereinheit eben nochmal als extrem wichtigen Warnhinweis:

Achtung:
Am Netzteil und innen am Schalter liegen 220 Volt an, daher Lebensgefahr !!
Unbedingt den Netzstecker ziehen und das vor dem Öffnen des Gehäuses !!
Bitte einen Fachmann für den Umbau fragen, wer selbst keiner ist.
Keine Haftung für Schäden an Leib und Leben und/oder Hardware.
Alles auf eigene Gefahr und eigenes Risiko.

 

Vor dem Umbau habe ich noch folgende Teile gedruckt:

Das Zusatzgehäuse:

SKR V1.3 Gehaeuse

SKR 1.3 + Mosfet Case for 20x20 Extrusion

Dieses Gehäuse wurde zwar für einen völlig anderen 3D Drucker entworfen aber ich fand dieses Konzept deshalb interessant, da hier 2 Mosfets verbaut werden können.
Ich hatte schon immer vor 2 Mosfets zu verbauen und habe auch 2 Stück da.
Wer nur 1 Mosfet oder gar ein anderes Gehäuse nutzen möchte, es gibt bei Thingiverse oder Bigtreetech einige Alternativen.
Hier lesen evtl. auch Interessenten mit, die meine Erfahrung auf einen anderen Drucker übertragen möchten.
Denen empfehle ich gezielt nach einem Gehäuse für ihren Druckertyp zu suchen, denn oft gibt es sehr gut angepasste Gehäuse, die teilweise sogar unter den Drucker passen.
Als ich mein Gehäuse gedruckt habe, gab es kaum Auswahl für meinen Drucker (Anet E10) und extra nochmal neu drucken möchte ich nicht.

Auch bei diesem Gehäuse passt ein SKR 1.4 (Turbo) rein, da es die selben Bohrlöcher vorsieht und auch die USB- und SDCard-Ausschnitte identisch sind.

Diese Einschränkung möchte ich jedoch für das SKR 1.4 (Turbo) nennen:
Anders als beim SKR 1.3 hat das SKR 1.4 (Turbo) einen WLan Steckplatz, der die WLan Karte leider nach außen abstehen lässt.
Die Karte ragt also aus dem Gehäuse raus und dafür müsste man extra ein Loch nachträglich anbringen.
Ich selbst nutze aber am SKR 1.4 Turbo diese WLan Karte nicht, da der Vorteil sowieso kaum von Nutzen sein soll.
Daher habe ich mir dieses Loch gespart.
Ich habe zwar diese WLankarte da aber die war damals für das Bigtreetech Display TFT35 V3.0 vorgesehen aber auch dort werde ich die Karte nicht einsetzen, da mein Drucker im Endeffekt über einen Raspberry Pi 3B+ über USB gesteuert wird (mit Repetier Server) und der Raspberry Pi hat selbst WLan onboard.
Daraus ergibt sich der Vorteil, dass man Druckaufträge per WLan an den Raspberry Pi schicken kann und der über eine deutlich stabilere USB Verbindung zuverlässiger drucken kann.

 

Alternativ hat Bigtreetech selbst verschiedene Gehäuse veröffentlicht (hier wäre die Anet E6 Variante am passendsten):

Alternative: BigtreeTech SKR 1.3 Case model

Das SKR 1.4 und SKR 1.4 Turbo müssten genauso rein passen, da sie die selben Lochabstände haben.

 

Für mein neues TFT Display (BIQU Bigtreetech TFT35 V3.0) habe ich auch ein externes Gehäuse gedruckt, welches auf das externe und oben genannte Gehäuse baue:

Bigtreetech TFT35 Gehaeuse Thingiverse

Bigtreetech TFT35 3.0 Case

Auch dieses Gehäuse wurde für einen anderen Drucker konstruiert aber durch die Konstruktion ist es vielseitig verwendbar.

 

Nun geht es aber endlich los.

Um die Steuereinheit zu öffnen, wird der Netzstecker gezogen und die Steuereinheit (wie beim Netzteilumbau bereits beschrieben) auf die Seite gelegt:

Deckelschrauben am Boden der Steuereinheit

Hier sind die 5 mit roten Kreisen markierten Schrauben zu entfernen.

Nach der Abnahme des Deckels sollte es in etwa so aussehen (original Anet):

Deckel offen

Oder wer bereits das Netzteil nach meiner Anleitung

Netzteil tauschen

ersetzt hat, wird das Bild kennen:

Meanwell Netzteil eingebaut

Bei diesem Bild ist das Gehäuse 180 Grad gedreht und der rote Kreis zeigt die 220V Umschaltung.

Wie man hier sehr schön sehen kann, ist alles extrem eng und da weitere Modifikationen wegen des SKR Mainboards nötig wären, würde es noch enger werden, daher die beiden oben gezeigten extra gedruckten Gehäuse.

 

Wer das Netzteil bereits getauscht hat oder das alte Netzteil weiter verwenden will: Das Netzteil bleibt drin !!

Auch habe ich das originale Display drin gelassen, damit kein riesiges Loch entsteht.
Der eine oder andere kann das Display weiterverwenden statt dem neuen, wenn die Flachbandkabel umkonfiguriert werden.
(Die Displayanschlüsse sind bei ANet anders als bei BIQU Bigtreetech !!)

Alles andere kommt raus, inkl. Netzschalter.
Warum habe ich den Netzschalter ebenfalls ersetzt ??
Ganz einfach: Es wird immer wieder darauf hingewiesen, dass man bei 220V nicht löten, sondern Krimpen sollte.
Zudem sind die Kontakte recht berührungsoffen, also gefährlich.

Aber wie immer gilt: Netzstecker ziehen und nochmal: Netzstecker ziehen, Lebensgefahr !!
Keine Haftung durch Schäden an Leib und Leben und besser einen Fachmann zu Rate ziehen !!

Man kann zwar auch die alten Kabel ablöten und die Kontakte säubern aber ein neuer Schalter kostet nicht die Welt.

Ich habe mich für diesen hier entschieden:

Amazon Hifi Lab Kaltgeräte Einbau-Stecker Einbau-Buchse C-14 mit Schalter

Dieser Schalter passt einwandfrei an die Stelle des alten Schalters und dürfte soweit identisch sein.

Es ist jedoch zu beachten, dass die dafür benötigten Flachsteckhülsen nicht ganz so groß sind, wie jene, die im KFZ Bereich verwendet werden.
Diese hier verwendete Größe von einer Breite (Aufnahme) mit 4,8mm sind im stationären Handel kaum zu finden.
Ich fand zumindest keine im Umkreis und habe sie daher ebenfalls bei Amazon bestellt.

Hier gibt es 2 Kabelstärken:

0,5 bis 1,5 mm²:

Amazon AUPROTEC 25x Flachsteckhülsen 0,5-1,5 mm² rot/Steckbreite 4,8 mm teilisoliert

1,5 bis 2,5 mm²: <= ich habe mich für diese entschieden ....

Amazon AUPROTEC 25x Flachsteckhülsen 1,5-2,5 mm² blau/Steckbreite 4,8 mm teilisoliert

In der Regel sollten die kleineren ausreichen, wenn man 1,5 mm² verwendet, ich habe mir jedoch beide besorgt (bei dem Preis), um für alles gerüstet zu sein und ich gehe oft auch lieber den sichereren Weg ....

 

Diese verlinkten Stecker sind teilisoliert !!

Wer noch sicherer gehen will, besorgt sich die vollisolierte Version.

Ich bitte jedoch zu beachten, dass auch dann noch Berührungsgefahren bestehen, da die Vollisolierung trotzdem nicht alle offenen Metallteile (z.B. Schrauben) abdeckt.

Für diese Flachsteckhülsen wird eine Quetschzange benötigt, z.B. diese hier:

Amazon Crimpzange Kabelschuhe Set, Preciva Kabelschuhzange

Das im Link gezeigte ist ein Set !!

Auf die Schnelle habe ich die Zange leider nicht einzeln gefunden.
Daher soll das (wie alles von mir verlinkte) auch nur eine Inspiration sein.
Ich nutze eine einfache Zange, die ich mir vor Jahren mal zugelegt habe.

In diesem Set sind aber auch Stecker und Steckhülsen enthalten, die für den Netzteilumbau oder für die spätere Verkabelung nützlich werden könnten (z.B. Ringkabelschuhe).

Ich habe von der Firma Preciva eine JST-XH Zange da und bin mit der Qualität der Firma Preciva sehr zufrieden.
Das zeigen auch einige Bewertungen von Amazon, nachdem ich diese Marke ausgesucht habe.
Aber wie geschrieben, nur eine Empfehlung, daher soll sich jeder das aussuchen, was er für richtig und preislich für angemessen hält.

 

Ab jetzt gehts ans Eingemachte.

Die Steuereinheit besteht ja aus 2 Gehäuseteilen, dem Boden und dem darauf geschraubten Deckel.

Beim Boden kommt alles weg, bis auf das Netzteil, mehr war da aber eh nicht montiert:

Bodenplatte mit Meanwell Netzteil

Das neue Netzteil habe ich damals in dieser Position eingebaut, da ich die original von ANet verlegten Kabel - so weit wie möglich - weiter verwenden wollte.
Zudem war auch der Gedanke da, dass man andersherum zwar kürzere Kabel verwenden könnte und Strom bei Strom (von den Anschlüssen her) liegen würde, jedoch - wir erinnern uns - ist es in dem Gehäuse alles sehr knapp und mir waren die Stecker und Anschlüsse zu nah beieinander. Daher habe ich diese Bauart beibehalten, auch wenn ich das Netzteil einfach nur umdrehen müsste.

Das kann aber jeder machen, wie er will, ich schreibe hier nur meine Gedanken auf und das sind alles nur meine Erfahrungen.

Zum einen habe ich mich für ein neues Netzteil entschieden, da mir das originale Netzteil ein wenig "grenzlastig" vorkam und das neue Netzteil etwas mehr Reserven und einen Lüfter hat.
Auch habe ich mich bewusst für 220V~/12V= entschieden, obwohl viele raten, gleich auf 220V~24V= zu gehen.
Dies hat den Grund, dass die SKR Boards bei Verwendung von 24V= dann alle vorhandenen 12V= Ausgänge mit 24V= versorgen und man sich selbst um die Umwandlung aller restlichen 12V= Geräte kümmern muss (z.B. bei allen Lüftern, die es kaum in 24V= Ausführung gibt und wenn, dann extra neu gekauft werden müssten).

Das Heizbett z.B. soll dann bei 24V= schneller heizen aber dieser Vorteil in Relation zur gesamten Druckzeit macht dann kaum noch einen Unterschied.

Daher nutze ich weiterhin 12V=.

Es ist auch darauf zu achten, dass der Eingangsspannungsschalter auf der Seite auf "230V" steht, sonst könnte such das Netzteil mit einem lauten Knall verabschieden.

 

Wer das originale Netzteil weiter verwenden möchte, kann das gerne tun, sollte aber bez. der Anschlüsse die Unterschiede berücksichtigen.
Ich werde hier in der Anleitung nur noch auf das neue Netzteil eingehen.

Bei Interesse für das neue Netzteil, ich habe das hier verwendet und drucke damit seit Längerem:

Meanwell LRS-350-12

Die linke Zahl gibt die Leistung in Watt an, die rechte Zahl die Ausgangsspannung in Volt.

Leider habe ich aktuell bei Amazon keinen guten Preis gefunden und evtl. lohnt sich das Umsehen bei eBay.
Damals hatte ich meins dort für einen guten Preis bekommen (so um die 36 Euro).

Das nachfolgende Bild zeigt das ausgeräumte Gehäuse mit einigen Änderungen:

Leeres Anet E10 Gehaeuse der Steuereinheit

Auf dem obigen Bild habe ich alles ausgebaut außer dem Display, da ich somit das "Loch" zu habe, weil ich später ein neues Display extern nutze.

Was ich bereits (auf dem Bild sichtbar) geändert habe, ist der Austausch der beiden Lüfter gegen leisere Versionen und man erkennt rechts unten auch die neue Schaltereinheit mit 220V~ Eingang und Sicherung.
Dieser Schalter ist fast identisch mit dem zuvor eingebauten Schalter, nur beim Neuen ist eine 2polige Version verbaut.
Wer will, kann auch den originalen weiter verwenden, jedoch empfehle ich das Ablöten der Kabel und die Verbindungen mit den oben genannten Steckhülsen zu realisieren.

Die beiden Lüfter, die ich hier verwendet habe, sind zwar nicht die leisesten, jedoch für mich ok und vom Preis her angemessen:

Neue Luefter

Jedoch scheint es dieses günstige Lüfterpaar nicht mehr zu geben aber es gibt jede menge Alternativen.
Wie ich dieses Duo modifiziert und eingebaut habe, wird hier beschrieben:

Lüfter im Steuergerät

Info:
Anders als in der verlinkten Anleitung habe ich nun den Lüfter, der an der Rückseite montiert ist, umgedreht.
Somit bläst er nun nicht mehr ins Gehäuse (wie original von Anet vorgesehen), sondern er bläst die Luft im Inneren des Gehäuses nach außen.

Auch wenn man nun andere Lüfter - als die gezeigten - einbaut, evtl. kann man die Modifizierung der Stecker übernehmen.
In der verlinkten Anleitung werden die beiden Lüfter direkt ans Netzteil angeschlossen.
Das SKR V1.4 (Turbo) hat nun mehrere Anschlüsse für Lüfter, jedoch werde ich verm. die beiden Lüfter trotzdem wieder ans Netzteil anschließen, da meine beiden Lüfter bereits modifiziert sind und diese eh im Dauerbetrieb laufen.

 

Für den ausgetauschten Schalter habe ich nun kein extra Foto gemacht, da er passgenau an die Stelle des alten Schalters passt und genausorum eingebaut wird.

 

Der auf dem vorletzten Bild zusehende grüne Teil ist das von mir weiter oben beschriebene und bereits montierte externe Gehäuse für die beiden Mosfets und des SKR V1.4 Turbo Board.
Des weiteren sind daran 2 von 4 Gummifüßen montiert.

Das Gehäuse habe ich mit PETG gedruckt, würde es heute aber wohl wieder mit PLA drucken, da ich mit PLA weniger nachzubearbeiten hatte.
Mit PETG habe ich auch weniger Erfahrung, nutze es aber in Zukunft bei Teilen, die einer gewissen Hitze ausgesetzt sind.
Zwar wäre da ABS sicher noch stabiler, jedoch ist ABS noch schwieriger zu drucken und PETG ist ein Kompromiss zwischen PLA und ABS.

Ich werde verm. für die BLTouch Halterung PETG einsetzen, da hier auf Grund der Nähe zur Druckdüse PLA etwas zu weich werden könnte.

Das externe Gehäuse habe ich rechts mit 2 Schrauben an die Oberschale der originalen Steuerungseinheit geschraubt und zwar durch die Lüftungsschlitze.

Das montierte Gehaeuse von unten gesehen

Die beiden äußeren Löcher des gedruckten Gehäuse passen an die äußeren Schlitze der originalen Steuereinheit (siehe die beiden roten Kreise).
Das mittlere Loch passt leider nicht, jedoch sind die beiden äußeren Löcher ausreichend und stabil genug.

Info:
Damit das grüne Gehäuse gerade (waagerecht) zum schwarzen Gehäuse ausgerichtet werden kann, müssen die beiden äußeren Löcher am gründen Gehäuse aufgebohrt werden, um mehr Spiel für die Montage zu bekommen !!

Dann ist das Ausrichten aber kein Drama mehr und auch am schwarzen Gehäuse muss so nichts modifiziert werden.
Meine Grundintention war auch, nichts am Blech vom originalen Gehäuse zu verändern.

Verschraubt habe ich das Ganze vom Inneren des grünen Gehäuses:

Das Innere vom gruenen Gehaeuse

Auf diesem Bild kann man schön sehen, wo meine Probleme mit PETG lagen aber ich muss gestehen, ich habe mich mit der originalen Konfiguration von Anet auch nicht weiter beschäftigt, da der Umbau sowieso fest eingeplant war.

Die beiden roten Kreise zeigen erneut die beiden Schrauben, mit denen ich beide Gehäuse verbunden habe.
Hier hatte ich danach auch schon die beiden Mosfets montiert und wollte diese wegen dem Foto nicht extra ausbauen.

Tipp:
Wenn man die zuvor bereits genannten Montagelöcher vergrößert hat, werden die Schrauben dann festgezogen, wenn das grüne Gehäuse gerade ist und eine bestimmte Höhe erreicht.

Hier etwas genauer beschrieben und warum ich das empfehle:

Ich habe lange nach passenden Gehäusefüßen gesucht, damit das Ganze stabil und vor allem gerade wird.
Dabei bin ich auf folgende - für mich sehr guten -  Füße gestoßen:
(Ich hatte nach allen möglichen Varianten gesucht)

Amazon Adam Hall Hardware 4904 M4 AH - 4er Set Gummifuß 25 x 15 mm schwarz im Beutel

Wichtig: Es sollten bei der Auswahl die 25x15 (BxH) sein !!

Zur Montage sind zuerst die 4 Füße am Boden des grünen Gehäuses zu befestigen.
Ich habe dabei einfach einen an allen 4 Punkten zum Rand hin gleichen Abstand die passenden Löcher in den Boden gebohrt und dann die Füße verschraubt.

Achtung: Bitte die kürzestmöglichen Schrauben verwenden, da diese sonst später das SKR V1.4 (Turbo) Board berühren und Kurzschlüsse verursachen.

Wer will kann die Schrauben auch umgekehrt einsetzen, benötigt dann aber einen Steckschlüssel und muss darauf achten, dass dann die Schrauben auch nicht zu lang sind, um nicht den Tisch zu verkratzen ....

Auf dem obigen Bild ist unter dem linken roten Kreis das Ende der Schraube mit der passenden Mutter eines Fußes zu sehen.
Auf eine normalerweise eingesetzte Unterlegscheibe habe ich verzichtet, da sonst die Schraube nicht mehr gegriffen hätte und eine längere Schraube wieder zu lang gewesen wäre.

Benutzt habe ich je M3x12 mit passender Mutter.

 

Für den Zusammenbau der beiden Gehäuseteile wird nun das schwarze Blechgehäuse auf seine Bodenplatte (mit dem Netzteil) gestellt und das grüne Gehäuse daneben, so dass die äußeren beiden Löcher des grünen Gehäuses mit den äußeren Schlitzen übereinstimmen.
In dieser Konstellation können die beiden Schrauben festgezogen werden und das grüne Gehäuse kommt dabei genau auf die Höhe von 15mm, also passend für die 4 bereits montierten Gummifüße.

Verschraubt habe ich wieder vom inneren des grünen Gehäuses ins schwarze Gehäuse, um möglichst weit weg vom später montierten Board.

 

Jetzt kann/können auch das/die Mosfet(s) montiert werden.

Je nach Festigkeit nutzt man am besten Schrauben, die im Material gut halten, bei mir waren es die bauartüblichen Mainboardschrauben von PCs.
Aber hier sollte man testen, ob und wie das Ganze fest wird und bitte nicht zu fest drehen, denn das Druckmaterial gibt schnell nach und nach fest kommt ab.

Hier ein aktuelles Statusbild:

Die beiden montierten Gehaeuse

Das SKR V1.4 (Turbo) sollte noch nicht sofort montiert werden, da man sonst die beiden Stromversorgungskabel und die beiden Heizbettkabel nicht montiert bekommt.
Daher erst diese 4 Kabel anbringen und dann die Platine einsetzen.

Bei meinem gedruckten Gehäuse habe ich bemerkt, dass das Board ein winzig kleines Stück zu tief liegt, was die Ausschnitte für USB und SD Karte anbelangt.
Daher habe ich je eine Unterlegscheibe auf die Platinenhalter gelegt.
Dies ist aber vorab zu prüfen, je nach dem, wie der Druck hier ausgefallen ist.

 

Passend dazu der Deckel mit Lüfter und Gitter (von oben und unten gesehen):

Das externe Gehaeuse mit Luefter und GitterDas externe Gehaeuse mit Luefter und Gitter Innenseite

Als Lüfter habe ich eine 12V=  Version von Arctic Cooling mit fester Drehzahl (1000 UP/M) verwendet, den ich noch aus früheren PC-Bastel-Zeiten übrig hatte.
Hier ist der Stecker am Kabel noch unmodifiziert.
Ob eine Modifizierung notwendig ist, werde ich später nachtragen (z.B. bei Direktanschluss ans Netzteil muss der Stecker weg).
Es kann sicher auch ein Lüfter mit weniger Drehzahl benutzt werden, was sicherlich noch leiser wird.

Der Lüfter ist so montiert, dass er die Luft nach Innen ansaugt.

Das Gitter war bei Thingiverse nicht vorgesehen, ich habe es aber trotzdem verbaut, da die Rotorblätter sonst offen (und damit Aua) und berührungsgefährlich wären.

Hier ein baugleiches Gitter bei Amazon:

Amazon Neutral Lüftergitter für 120mm, Chrom

 

Hinweis:
An dieser Stelle würde ich nun die Modifikation des oben gezeigten Deckels des externen Gehäuses beschreiben, damit dort das Displaygehäuse angebracht werden kann.
Leider habe ich zu spät bemerkt, dass die beiden Halter auf der Rückseite des Displaygehäuses recht unnütz sind und ich aktuell nix anderes drucken kann (da alles zerlegt neben mir liegt ....).
Ich werde später was passenderes konstruieren und hier zugänglich machen.

 

Als Nächstes habe ich das rechte Loch auf der Rückseite des grünen Gehäuses vergrößert, um später einige Kabel dort durchzuführen, die ich - soweit möglich - von den restlichen trennen möchte:

Das rechte Loch wird etwas vergroessert 

Das rot eingekreiste Loch habe ich mit einem etwas dickeren Kreuzschlitzschraubendreher vergrößert und anschließend mit einem Teppichmesser entgratet.
Zur Sicherheit wurde das bereits dahinter eingebaute Mosfet kurzfristig entfernt, um keinen Schaden beim Vergrößern anzurichten.

Das linke Loch lasse ich vorerst unberührt und da dort "ums Eck" eine große Öffnung für weitere Kabel besteht, werde ich hier verm. einen Kabelhalter befestigen.

 

Jetzt geht es an die erste Verkabelung.

Etwas, was mich bei Anet immer gestört hat, war die recht "laxe" Verdrahtung und zumindest bei meiner Steuereinheit fast nicht vorhandene Schutzleitung.
Hier wurde zwar vom Stromeingang ein "roter !!) Schutzleiter zum Netzteil verlegt aber das wars schon ....

Daher habe ich mich dazu entschlossen, hier weitere Kabel zu verlegen:

Zusaetzliche Erdung der Steuereinheit.

Auf dem Bild sind alle Schutzleiter - wie vorgeschrieben - in grün/gelb verkabelt (Erdung).
Das erste Kabel geht von der Strombuchse (Erdungsanschluss) direkt an den Erdungsanschluss des Netzteils, also identisch wie zuvor, nur jetzt mit der richtigen Kabelfarbe (grün/gelb).
Hier hörte die Schutzverkabelung von Anet auf und der "Rest" wurde irgendwie indirekt über Verschraubungen der einzelnen Gehäuseteile "abgesichert".
Das ist mir zu wenig, zumal auch der Lack recht isolierend wirkt.

Daher habe ich am Netzteil einen weiteren (kurzen) Abzweig zum Gehäuseboden realisiert.
Des Weiteren geht rechts vom Netzteil ein Kabel zum Deckel.

Normalerweise sollte man von der Strombuchse sternförmig zu den einzelnen Baugruppen verzweigen, damit keine Kette entsteht, bei der u.U. der Bruch eines Kabels den ganzen Schutz auflöst aber leider konnte ich für den Stromeingang keine Doppelsteckhülsen in Steckbreite 4,8mm finden und habe daher den letzten Anschluss (rechte Seite) zum Deckel geführt.
Wer die Möglichkeit hat, sollte dieses Kabel direkt von der Strombuchse (Erdungsanschluss) an den oberen Deckel anschließen.

Die Ringschuhe an den schwarzen Gehäuseteilen habe ich mit Zahnscheiben versehen, nachdem ich an der Verschraubunggsstelle etwas den Lack abgekratzt habe.
Diese Zahnscheiben reiben sich beim Zudrehen der Muttern durch den Lack und gewähren so eine bessere Verbindung.

Die Ringschuhe habe ich übrigens an den herausstehenden Schrauben der Gummifüße des Bodens befestigt.

Am Netzteil selbst und an der rechten Ecke habe ich Ringschuhe als "Kabelhalter" missbraucht, damit später das Öffnen und Schließen der Steuereinheit nicht im Kabelchaos endet.

Das Kabel rechts, welches am oberen Gehäusedeckel endet, ist ebenfalls am Boden verschraubt.
Die dort befindliche Schraube ist auf dem Bild leider nicht zu sehen aber dort habe ich ebenfalls mit Zahnscheibe und vorheriger Lackentfernung gearbeitet.

Ist die Schutzleiterverkabelung erledigt, muss alles durchgemessen werden.
Bei allen erreichbaren und berührbaren Gehäusekontakten (und Netzteil) darf kein Widerstand vorhanden sein.
Daher misst man diese Stellen in allen möglichen Kombinationen zum Schutzleiteranschluss an der Strombuchse durch.
Man nennt das auch "Durchklingeln", da man das früher mit einer "Klingel" gemacht hat.
Heute nutzt man am besten ein Spannungsmessgerät mit Widerstandsmessung, bei der meist auch ein Piepton zuschaltbar ist (also "Durchpiepsen".
Ist ein Widerstand vorhanden (im schlimmsten Fall unendlich hoch), stimmt etwas nicht und der Schutz ist unterbrochen.
Hierbei ist dann alles nochmal genau zu kontrollieren, also auf Kabelkontakt, Stecker, Ösen, dass keine Isolierung mit eingepresst wurde, usw. ....

Erst wenn man sich hier sicher ist, kann weiter verkabelt werden !!

Wer hier Laie ist und/oder sich nicht sicher bewegt, MUSS unbedingt einen Fachmann aufsuchen, denn hier geht es ums Leben, wenn hier gemurkst wurde !!
220V auf dem Gehäuse ist nicht angenehm, sondern sogar lebensgefährlich !!
Daher wie immer: Auf eigenes Risiko, keine Haftung durch mich für Schäden am Gerät oder der eigenen Person !!
Mit 220V spielt man nicht !!

 

Info zum Thema Ringschuhe:
Ich habe zuerst überlegt, ob ich nicht doch lieber Steckschuhe verwenden soll.
Das sind quasi offene Ringschuhe, also ein offener "Ring".

Vorteil Steckschuhe: Man muss die Schrauben an den Klemmen nicht ganz herausdrehen, sondern schiebt die Kontakte der Schuhe einfach unter die Schraube, was auch schneller geht.

Vorteil Ringschuhe: Die Ringschuhe können bei lockerem Sitz der Schraube nicht rausrutschen und die Kontaktfläche ist höher, da mehr Material unter der Schraube anliegt.

Daher habe ich mich für die Lösung mit den Ringschuhen entschieden.
(Auf dem obigen Bild habe ich z.B. zwei Ringschuhe am Schutzleiteranschluss gegeneinander verschraubt.) 

 

Auf dem folgenden Bild ist die Hauptstromversorgung des Netzteils zu sehen:

Netzteil fertig mit Strom versorgt

Auch wurden hier bereits die beiden Lüfter im Deckel an einen der 12V= Anschlüsse angeschlossen und drehen somit im Dauerbetrieb.

Jetzt wird die Stromversorgung für das SKR Board vorbereitet:

Vorbereitung Powerkabel Mainboard

Dafür wird das entsprechende Kabel vorbereitet und wie auf dem Bild zu sehen (im roten Kreis) mit Aderendhülsen versehen.
Aderendhülsen werden bei flexiblen Kabeln verwendet, da man bei bestimmten Stromstärken vom Verzinnen abgeraten wird.

Info zum verwendeten Kabel für die Mainboardstromversorgung:
Ich habe hier bewusst (wie zuvor original im Anet Gehäuse verbaut) wieder 2,5mm² Kabel verwendet und zwar in den Farben schwarz/rot & schwarz.
Eigentlich hätten hier deutlich dünnere Kabel verwendet werden können, da das Board kaum Ströme verarbeiten muss, weil die beiden Mosfets die ganzen Ströme getrennt regeln.
Die Mosfets des Mainboards werden also gar nicht belastet.
ABER:
Ich habe mich für den dicken Querschnitt entschieden, weil man diese Kabel normalerweise nur einmal verlegt und dann nie wieder anfasst.
Sollte ich irgendwann aus irgendeinen Grund wieder auf die onboard Mosfets zurückgreifen wollen, muss ich dann nicht die Kabel austauschen, sondern kann im Prinzip das schwarze Steuereinheitsgehä#use zu lassen und alles einfach im erweiterten grünen Teil umstellen.

Generell empfehle ich bei den Kabelfarben für den Hauptstromkreis (220V~) die üblichen Farben zu verwenden (braun, blau, grün/gelb) und für den Gleichstrom (z.B. 12V=) schwarz und rot oder schwarz/rot und schwarz.
Das hilft auch sehr gut bei der Unterscheidung zwischen Netzstrom aus der Steckdose und dem Gleichstrom aus dem Netzteil.

Das Kabel wird nun aus dem grünen Gehäuse heraus und ins alte Gehäuse wieder eingeführt:

Raus und wieder rein mit dem Powerkabel.

Hier habe ich die Öffnungen genutzt, die an den Gehäusen vorhanden waren.
Selbstverständlich kann man auch eine größere Öffnung zwischen den beiden Gehäusen anbringen, jedoch will und wollte ich am originalen Gehäuse keine Veränderungen vornehmen, damit ich jederzeit den Drucker zerstörungsfrei wieder zurückbauen kann.

Vor der Montage des SKR Boards empfehle ich folgende beide Schritte:

  1. Höhe prüfen, ob das Board in der richtigen Höhe zu den gedruckten Ausschnitten passt.
    Bei mir saß das Board z.B. ein wenig zu tief und ich habe das mit Unterlegscheiben korrigiert.
    Da diese Unterlegscheiben unter das Board müssen und eine Montage damit fast unmöglich ist (man kommt ja nicht ran zum festhalten), empfehle ich das Festkleben der Unterlegscheiben auf den Distanzbolzen, wo das Board später verschraubt wird.

  2. ZUERST das Stromkabel am Board anbringen, denn der Zwischenraum zur Gehäusewand ist zu schmal, um da noch ordentlich hantieren zu können.

Ist beides erledigt, sieht das Ganze dann so aus: 

Das Board ist nun mit Strom versorgt

Sobald alle Kabel verlegt sind, werden sie außen noch extra befestigt.

Weiter sind nun noch die Mosfet Kabel zu verlegen:

Auch die Mosfetkabel sind verlegt

Ich habe die Mosfets und das SKR Board getrennt mit eigenen Kabeln (oben in schwarz/rot und schwarz) versehen, um die Ströme besser zu verteilen.
Ein weiterer Vorteil isr bei dieser Parallelverlegung, dass bei einem Problem einer Leitung nicht gleich alles betroffen ist.
Wer will, kann sicherlich auch alles mit einem Kabel einfacher gestalten und dann vom jeweiligen Gerät weiterleiten zum nächsten.
Ich rate jedoch davon ab und auch das Netzteil bietet genügend Anschlüsse für eine getrennte Versorgung.

So sieht das Ganze dann im grünen Gehäuse aus:

So sieht es innen aus, nach der Mosfetverkabelung

Damit wären die nötigen Verkabelungen vom schwarzen ins grüne Gehäuse erledigt und daher kann das schwarze Gehäuse geschlossen werden.
Es ist sehr genau darauf zu achten, dass die Kabel im schwarzen Gehäuse nicht zu sehr geknickt oder gar eingequetscht werden.
Gerade bei der Enge und den Pins des alten Displays wird das etwas schwierig, evtl. vielleicht doch das Display ausbauen und die Öffnung schließen.
Ich versuche ggf. etwas zum Schutz über die Kabel im schwarzen Gehäuse zu legen, evtl. drucke ich später etwas nach.

Als Nächstes folgen die beiden Mosfetsteuerkabel:

Die beiden Mosfetsteuerkabel wurden verlegt

Hier habe ich die beiden bei den Mosfets mitgelieferten Steuerkabel genommen und wie folgt angeschlossen:

  • hinterer Mosfet für das Heizbett
  • vorderer Mosfet für die Druckdüse

Dabei muss man aufpassen, dass auf dem Schaltplan zum SKR V1.4 (Turbo) die beiden +/- Anschlüsse nicht in gleicher Reihenfolge ausgeführt wurden.
Daher schadet (auch generell) nicht der Blick in die Beschreibung zum Board:

Pinbelegung bei BIQU/Bigtreetech für das SKR V1.4 (Turbo)

 

Es folgt nun die Anpassung der Thermistoren vom Heizbett und der Druckdüse.
Da hier Unterschiede der Anschlüsse zwischen dem Anet Board und dem SKR V1.4 (Turbo) bestehen und auf Grund der neuen Anordnung der Positionen die originalen Kabel zu kurz sind, müssen Adapter her, die auch als Verlängerung dienen.
Daher macht es wenig Sinn, den originalen Kabeln einen anderen Stecker zu verpassen.
Auch wenn beide Boards einen 2poligen Anschluss haben, sind die Buchsen am Anet Board 3polig ausgeführt.

Wir brauchen also zwei Kabel mit 3poliger XH-3A Buchse und 2poligem XH-2Y Stecker:

Die Adapterkabel, die auch gleichzeitig als Verlaengerung dienen

Diese Kabel gibt es auch fertig im Internet (ggf. umpolen), jedoch habe ich mich auf Grund der horrenden Preise (teilweise über 5€ pro Stück) dazu entschlossen, die Kabel selbst herzustellen.
Da in meinem Set leider keine Krimpbuchsen vorhanden waren (habe zumindest keine im Internet gefunden), wird die Buchsenseite gelötet.

Länge der Kabel ca. 15cm.

Wer nur wegen dem Drucker diese (und ggf. noch weitere) Adapter benötigt, ist mit einem Kauf fertiger Kabel evtl. trotzdem besser beraten.

Hier das, was man zum selber basteln benötigt:

Krimpset zum Selberbasteln

Ohne Abbildung: Es wird außerdem ein(e) Lötkolben/Lötstation benötigt.
Ohne Abbildung: Es werden auch Schrumpfschläuche benötigt.

Wichtiger Hinweis:
Wer noch nie diese Teile gekrimpt hat, wird am Anfang u.U. einem hohen Frustrisiko ausgesetzt.
Aber nach ein paar Übungen wird man darin immer besser ....
Lötkenntnisse werden vorausgesetzt, sonst wird das nix.

Als Set zum Krimpen habe ich mich für dieses Entschieden:

Amazon Crimpzange Dupont Stecker Set - Preciva 1550 pcs 2,54 mm Dupont Steckverbinder und ....

In diesem Set befinden auch auch noch andere Stecker/Buchsen, die für meine Hobbies interessant sind und der Aufpreis ggü. Sets ohne die weiteren Teile war nicht so groß.

Hier noch ein Beispiel eines Schrumpfschlauch Sets bei Amazon:

Amazon Schrumpfschlauch Set, Preciva 750-tlg Schrumpfschläuche Sortiment ....

Dies ist nur eins von vielen und nur eine Empfehlung.
Einfach auf der Amazon Seite in der Suche "Schrumpfschlauch Set" eingeben und durchscrollen.
Ich habe für meine Kabel hauptsächlich die Größen 1,5 und 2,5 benötigt (1,5 bei den dünnen Kabeln an den Lötstellen der Buchsen und 2,5 als "Kabelfixierer" in der Mitte statt Kabelbinder).

 

 

 

Wird fortgesetzt ....

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